Was kostet eine Buchhaltungssoftware? Vergleich 2026
„Brauche ich überhaupt eine Buchhaltungssoftware, oder reicht eine Excel-Tabelle?" Für Kleinunternehmer mit wenigen Rechnungen im Jahr reicht oft tatsächlich wenig. Wer aber regelmäßig Rechnungen schreibt, Belege sammelt oder wächst, landet schnell bei lexoffice, sevdesk, FastBill oder BuchhaltungsButler — und damit bei der Frage, welcher Tarif sich wirklich lohnt. Die Preisspannen sind groß: von 0 € bis über 30 € im Monat für im Kern ähnliche Grundfunktionen. Dieser Vergleich zeigt, was die Tarife 2026 tatsächlich kosten, welche Funktionen den Preis treiben und welche Stufe zu welcher Umsatzgröße passt.
Was treibt den Preis nach oben?
Fast alle Anbieter staffeln ihre Tarife nach denselben Kriterien. Wer das versteht, kann gezielt den günstigsten Tarif wählen, der die eigenen Anforderungen noch abdeckt:
- Anzahl der Belege/Buchungen pro Monat — Einstiegstarife begrenzen oft auf 50–100 Belege im Monat
- Bankanbindung — automatischer Kontoabgleich kostet meist erst ab der mittleren Stufe
- EÜR- bzw. GuV-Export und ELSTER-Übertragung — bei manchen Anbietern erst im zweithöchsten Tarif enthalten
- Lohnbuchhaltung — für die meisten Solo-Selbstständigen ohne Personal irrelevant, treibt aber den Preis bei Tools mit Mitarbeitern deutlich
- DATEV-Export — wichtig, wenn ein Steuerberater die Daten übernimmt
- Mahnwesen und Angebote — oft erst in höheren Paketen verfügbar
Preisvergleich: Vier Anbieter 2026
| Anbieter | Einstieg | Mittlerer Tarif | Voll-Tarif | Bankanbindung ab |
|---|---|---|---|---|
| lexoffice | 7,90 €/Monat (S) | 12,90 €/Monat (M) | 21,90–32,90 €/Monat (L/XL) | Tarif M |
| sevdesk | kostenlos (eingeschränkt) | 11,90 €/Monat (Rechnung) | 25,90–34,90 €/Monat (Buchhaltung/Pro) | Tarif Buchhaltung |
| FastBill | ab ca. 9 €/Monat | ca. 19–29 €/Monat | bis ca. 50 €/Monat | mittlerer Tarif |
| BuchhaltungsButler | ca. 12,48 €/Monat (Light) | ca. 14,98 €/Monat (Smart) | ab ca. 29,90 €/Monat | Tarif Smart |
Alle Preise sind Nettopreise (zzgl. USt.) bei monatlicher Abrechnung, Stand 2026. Bei Jahres- oder Zweijahresverträgen bieten mehrere Anbieter spürbare Rabatte — teilweise nur für die ersten sechs bis zwölf Monate, danach gilt der reguläre Preis. Prüfe vor Vertragsschluss, ob ein Einführungsangebot zeitlich befristet ist.
lexoffice — vier Stufen, klarer Funktionssprung
lexoffice staffelt in vier Tarife: S (7,90 €) deckt Belegerfassung und -archiv ab, ohne echtes Rechnungsprogramm. Erst ab M (12,90 €) kannst du Angebote und Rechnungen erstellen und dein Geschäftskonto anbinden. L (21,90 €) ergänzt GuV und Bilanzierung, XL (32,90 €) Serienrechnungen und API-Zugang. Für die meisten Kleinunternehmer ist Tarif M die sinnvolle Einstiegsstufe — S reicht selten, weil die Rechnungsstellung fehlt.
sevdesk — kostenloser Einstieg mit Grenzen
sevdesk bietet einen echten kostenlosen Tarif, der allerdings stark eingeschränkt ist (geringe Beleganzahl, kein voller Funktionsumfang). Der Tarif „Rechnung" (11,90 €) richtet sich an reine Rechnungssteller ohne Buchhaltungsbedarf. Wer die EÜR direkt aus der Software exportieren und ans Finanzamt übertragen will, braucht den Tarif „Buchhaltung" (25,90 €) oder „Buchhaltung Pro" (34,90 €) mit zusätzlichen Automatisierungen. Bei 12- oder 24-monatiger Vertragsbindung sinken die Monatspreise im ersten Vertragszeitraum deutlich — danach greift wieder der reguläre Preis.
FastBill und BuchhaltungsButler — die günstigeren Alternativen
FastBill positioniert sich als günstigere Alternative für Freelancer, die vor allem schnell Rechnungen schreiben und Belege organisieren wollen — die vollständige Buchhaltungsfunktion mit EÜR-Export kommt erst in den höheren Paketen ab ca. 19–29 €. BuchhaltungsButler setzt auf automatisierte Belegerkennung und Buchungsvorschläge; der für die meisten Kleinunternehmer ausreichende Tarif „Smart" liegt bei knapp 15 €/Monat und damit unter den vergleichbaren mittleren Tarifen von lexoffice und sevdesk. Beide Anbieter sind kleiner als die beiden Marktführer, bieten dafür aber teils günstigere Einstiegspunkte für einfache Anforderungen.
Empfehlung nach Umsatzgröße
Bis ca. 10.000 € Jahresumsatz, wenige Rechnungen im Monat: Ein kostenloser oder sehr günstiger Tarif (sevdesk Free, FastBill Einstieg) reicht meist aus. Wer nur 5–10 Rechnungen im Jahr schreibt, kann auch ganz auf Software verzichten und die EÜR direkt über ELSTER einreichen.
10.000–25.000 € Jahresumsatz (typischer Kleinunternehmer-Bereich): Ein mittlerer Tarif mit Rechnungsstellung und Bankanbindung lohnt sich — bei lexoffice Tarif M, bei sevdesk „Rechnung" oder „Buchhaltung", je nachdem ob du den EÜR-Export direkt aus der Software brauchst.
25.000–60.000 € Jahresumsatz, wachsendes Geschäft: Hier zahlt sich ein vollwertiger Buchhaltungstarif mit automatisiertem Bankimport, Belegerkennung und ggf. DATEV-Export für den Steuerberater aus. Die Zeitersparnis bei der laufenden Erfassung übersteigt den Mehrpreis gegenüber dem Einstiegstarif schnell.
Über 60.000 € Jahresumsatz oder mit Mitarbeitern: Ab dieser Größe lohnt sich häufig auch ein Gespräch mit einem Steuerberater darüber, welches Tool dessen Kanzleisoftware am reibungslosesten anbindet — meist über DATEV-Export, den nicht jeder Tarif enthält.
Versteckte Kosten, die oft übersehen werden
- Einführungsrabatte laufen aus — nach 6 oder 12 Monaten greift der volle Preis, oft 50–80 % höher als der Lockpreis
- Zusatzmodule — Lohnbuchhaltung, zusätzliche Banken oder Nutzerzugänge kosten bei vielen Anbietern extra
- Mindestvertragslaufzeit — wer einen Jahresvertrag wählt, kann nicht monatlich kündigen, auch wenn sich der Bedarf ändert
- USt. auf den Nettopreis — als Kleinunternehmer zahlst du den ausgewiesenen Nettopreis zzgl. 19 % USt., da der Softwareanbieter selbst regelbesteuert ist
Lohnt sich der Umstieg von einer kostenlosen Lösung?
Die Faustregel: Sobald die Zeit, die du monatlich mit manueller Belegsortierung und Rechnungserstellung verbringst, mehr wert ist als die Tarifdifferenz, lohnt sich der Wechsel. Bei einem Stundensatz von 40–60 € amortisiert sich ein 15 €-teurerer Tarif bereits, wenn er dir eine halbe Stunde im Monat spart — was bei automatischem Bankimport und Belegerkennung realistisch ist. Wer dagegen nur gelegentlich eine Rechnung schreibt, zahlt mit einem höheren Tarif häufig für Funktionen, die er nie nutzt.
Häufige Fragen
Kann ich die Kosten für die Buchhaltungssoftware als Kleinunternehmer absetzen?
Ja. Die Software ist eine Betriebsausgabe und mindert deinen Gewinn in der EÜR — unabhängig davon, ob du Kleinunternehmer bist oder Umsatzsteuer ausweist.
Muss die Software GoBD-konform sein?
Wenn du elektronisch buchst, müssen die Aufzeichnungen den GoBD-Grundsätzen entsprechen (Nachvollziehbarkeit, Unveränderbarkeit, Aufbewahrungsfristen). Alle gängigen Anbieter wie lexoffice, sevdesk, FastBill und BuchhaltungsButler werben mit GoBD-Konformität — bei Excel-Eigenlösungen musst du selbst auf eine lückenlose, unveränderbare Dokumentation achten.
Reicht der günstigste Tarif für die EÜR-Abgabe?
Nicht immer. Manche Einstiegstarife enthalten nur Belegarchivierung, aber keinen EÜR-Export. Prüfe vor dem Vertragsschluss explizit, ob der gewählte Tarif die Anlage EÜR erzeugen und an ELSTER übertragen kann — sonst brauchst du zusätzlich ein Steuerprogramm oder die manuelle ELSTER-Eingabe.
Dieser Vergleich basiert auf den öffentlich zugänglichen Preisangaben der genannten Anbieter (Stand 2026). Preise, Rabattaktionen und Funktionsumfänge ändern sich regelmäßig — prüfe die aktuellen Konditionen direkt auf den Anbieterseiten vor einem Vertragsschluss. KleinCheck erhält ggf. eine Vergütung, wenn du über Links auf dieser Seite einen kostenpflichtigen Tarif abschließt — die Einordnung basiert auf redaktioneller Einschätzung, nicht auf Provisionshöhe.